Warum bei Burnout die Lust verschwindet

Als Ärztin und Coachin begegne ich täglich Menschen, die an ihre Grenzen stoßen. Ein Thema, das dabei oft tabuisiert wird, aber eng mit Stress und Erschöpfung zusammenhängt, ist der Verlust der Libido. Viele Betroffene fragen sich: Ist es normal, dass ich keine Lust mehr habe, wenn ich so gestresst bin? Die Antwort ist ein klares Ja, und heute möchte ich beleuchten, warum das so ist und was wir ganzheitlich tun können.

 

Der Körper unter Dauerstrom

Burnout ist weit mehr als nur "ein bisschen Stress". Es ist ein Zustand tiefer körperlicher und emotionaler Erschöpfung, bei dem der gesamte Organismus Alarm schlägt. Wenn Sie permanent unter Druck stehen – sei es beruflich oder privat – schüttet Ihr Körper vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus.

Diese Hormone sind überlebenswichtig in Akutsituationen, aber bei chronischem Stress wirken sie sich auf vielen Ebenen negativ aus:

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Hohe Cortisolspiegel hemmen die Produktion von Sexualhormonen wie Testosteron und Progesteron, die für unser sexuelles Verlangen entscheidend sind.
  • Energiemangel: Der Körper priorisiert die Energieversorgung für die Stressbewältigung. Für "sekundäre" Funktionen wie die Fortpflanzung bleibt schlichtweg keine Energie mehr übrig. Die Folge sind anhaltende Müdigkeit und Energiemangel.
  • Psychische Blockaden: Das Gedankenkarussell kreist unaufhörlich, Konzentrationsstörungen nehmen zu und man zieht sich sozial zurück. Für Intimität und Entspannung, die die Basis für sexuelles Verlangen sind, ist kein Raum mehr da.

 

Ein Teufelskreis aus Erschöpfung und Frustration

Der Libidoverlust kann zu einem zusätzlichen Stressfaktor werden. Die sexuelle Unlust kann zu Frustration beim Betroffenen selbst und zu Konflikten in der Partnerschaft führen, was wiederum die psychische Belastung verstärkt und den Burnout weiter nährt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass dies kein persönliches Versagen ist, sondern eine normale biologische Reaktion auf extreme Belastung.

 

Ganzheitliche Wege zurück zur Lust und Energie

Als Coachin verfolge ich einen Ansatz, der den Menschen als Ganzes betrachtet. Es geht nicht darum, die Libido mit schnellen Tricks "anzuschalten", sondern die zugrunde liegende Erschöpfung zu heilen.

Hier sind erste Schritte, die du in Betracht ziehen kannst:

  1. Stressmanagement als Priorität: Erlerne wirksame Entspannungstechniken wie Meditation oder Achtsamkeitsübungen. Finde heraus, welche Situationen dich besonders stressen und versuche, dein Pensum zu reduzieren oder Aufgaben zu delegieren.
  2. Körperliche Erholung: Sorge für ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung, um deinem Körper mit den nötigen Vitalstoffen zu versorgen, die durch den Stress aufgebraucht wurden.
  3. Bewegung: Regelmäßige, moderate Bewegung im Freien hilft, Stresshormone abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
  4. Kommunikation: Sprich offen mit deinem Partner oder deiner Partnerin über deine Gefühle und die Situation. Verständnis und Unterstützung sind jetzt besonders wichtig.
  5. Professionelle Unterstützung: Wenn die Erschöpfung anhält, ist es ratsam, ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat einzuholen. 

 

Der Weg zurück zu einem erfüllten Leben – inklusive eines gesunden Sexuallebens – erfordert Geduld und Selbstfürsorge. Starte mit kleinen Schritten und sei nachsichtig mit dir. Dein Körper sendet dir ein wichtiges Signal, höre darauf.

Wenn du das Gefühl hast, Unterstützung auf diesem Weg zu benötigen, stehe ich dir im Rahmen meines ganzheitlichen Coachings gerne zur Seite.

 

Bleib' gesund und achte gut auf dich!